Konzept

Unser Konzept knüpft an Elemente der traditionellen Reformpädagogik an und ist offen für die erziehungswissenschaftlichen Erkenntnisse der Gegenwart.

Zum Lernen braucht man Freiräume, die es ermöglichen, den eigenen Lernweg individuell zu finden und zu entfalten. Wir sind eine Schule, die den Kindern Geborgenheit und Verlässlichkeit bietet, um sinnhaftes Lernen zu ermöglichen. Lernen ist nicht bloßes “Eintrichtern” von Wissensinhalten, sondern sehr viel mehr.

Wir verstehen Schule als:

  • eine Lebenswelt
  • Ort des Lernens und Leistens
  • Lebensvorbereitung
  • Begleitung und Beratung
  • Ort der Begegnung und des Gesprächs
  • Ort, wo Selbstverantwortung, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein gefördert werden
  • Ort, an dem Begeisterung, Neugier, Spaß und Freude viel Platz haben
  • eine Gemeinschaft mit Verantwortung
  • entdeckende Lerngemeinschaft
  • Ort ohne Schulangst
  • Ort der Berufsvorbereitung
  • Gestaltungsraum
  1.  Trägerschaft
  2.  Organe
    1.  Organe der Schule
      1.  Schulkonferenz
      2.  Schulleitung
      3.  Pädagogische Konferenz
      4.  Elternrat
      5.  Schüler/innen-Vertretung
  3. Trägerverein
    1.  Mitgliederversammlung (§ 11 Satzung des Trägervereins)
    2.  Vorstand (§ 9 Satzung des Trägervereins)
  4.  Förderverein
    1.  Mitgliederversammlung (§ 6 Satzung des Fördervereins)
    2.  Vorstand (§ 8 Satzung des Fördervereins)
  5.  Finanzgeschäftsführung
  6.  Beirat
  7.  Quartalsrat
  8.  Mitarbeitervertretung/Betriebsrat
  9.  Arbeitsgruppen
    1. Einrichtung von Arbeitsgruppen
  10.  Schulverhältnis
    1. Schulvertrag
    2. Schulordnung
      1.  Grundsätze
      2.  Unterricht
      3.  Unterrichtszeiten
      4.  Pausen
      5.  Schulversäumnisse
      6.  Zeugnis, Jahresbriefe und Eltern-Schüler/innen-Sprechtage
      7.  Aufnahme von Schüler/innen
      8.  Beurlaubung
      9.  Meldepflichtige Krankheiten
    3.  Neueinstellung von Lehrkräften
    4.  Hausregeln
    5.  Klassenregeln
    6.  Konflikte

 

1.Trägerschaft

Die jeweils beteiligten Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern bilden und gestalten die Freie Schule Bochum in Selbstverwaltung. Als Rechtsträger dient ihnen dazu der gemeinnützige Verein „Freie Schule Bochum e.V.“. Die Mitgliedschaft in diesem Verein steht allen natürlichen Personen, die sich für die Zwecke des Vereins einsetzen können und wollen, offen.
Die Satzung des Vereins „Freie Schule Bochum e.V.“ ist als Anlage 1 Bestandteil dieses Selbstverwaltungskonzepts.

 

2.Organe
2.1 Organe der Schule
2.1.1 Die Schulkonferenz

In der Schulkonferenz wirken Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen zusammen. Die Schulkonferenz ist ein Gremium der gegenseitigen Information und Beratung. Sie wählt für die Dauer eines Jahres aus ihrer Mitte eine Leitung.
In Grundsatzfragen ist die Schulkonferenz zur Entscheidung befugt.
Dies betrifft Fragen:

  • der Pädagogik und des Lerngeschehens
  • der Weiterentwicklung und des Fortbestands der Schule und
  • der Gesundheit und Ernährung an der Schule

Der Schulkonferenz gehören an:

  • 3 Lehrer/innen mit je 2 Stimmen = 6 Stimmen
  • 6 Eltern mit je 1 Stimme = 6 Stimmen
  • 6 Schüler/innen aus den Jahrgangsstufen 7–10 mit je 1 Stimme = 6 Stimmen.

Von der Primarstufe werden 1-2 Schüler/innen dieser 6 Schüler/innen zu Beauftragten der Primarstufenschüler/innen gewählt.
Die Vertreter/innen der Lehrerschaft werden vom pädagogischen Kollegium, die Vertreterder Elternschaft vom Elternrat und die Vertreter der Schüler/innen von der Schüler/innen Vertretung gewählt. Das Wahlverfahren wird von jedem Gremium selbst festgelegt.
Eine Übertragung des Stimmrechts bei Abstimmungen und Wahlen ist möglich. Ein stimmberechtigtes Mitglied der Schulkonferenz darf nicht mehr als ein weiteres Mitglied der Schulkonferenz vertreten.

Zusätzlich gehören der Schulkonferenz ohne Stimmrecht an:

  • Schulleitung
  • 1 Vertrauenslehrer/in zur Unterstützung der SV
  • 1 Mitglied des Vorstandes des Trägervereins
  • 1 Mitglied des Vorstandes des Fördervereins

Bei finanziellen Entscheidungen mit großer Tragweite soll die Finanzgeschäftsführung in beratender Funktion eingeladen werden.

Weil viele Angelegenheiten einerseits für die Lehrkräfte von existentiellem beruflichen Interesse sind, andererseits die Eltern aber ihre Kinder in Kenntnis des pädagogischen Konzepts und im Vertrauen auf bestimmte Gepflogenheiten und die Weiterexistenz der Schule an der Freien Schule Bochum angemeldet haben, bedürfen folgende Beschlüsse der Schulkonferenz einer 3/4 Mehrheit der Anwesenden:

  • Schulprogramm
  • Änderung oder Neufassung des pädagogischen Konzepts
  • Teilung, Zusammenlegung, Änderung oder Auflösung der Schule
  • Selbstverwaltung der Schule
  • grundlegende Fragen der Schulorganisation
  • Schulordnung
  • Jahresterminplan
  • Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
  • Vorschlag zur Einrichtung des Gemeinsamen Unterrichts
  • Erprobung und Einführung neuer Unterrichtsformen
  • Grundsätze für Umfang und Verteilung der Hausaufgaben und Klassenarbeiten
  • Grundsätze über Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten in Zeugnissen
  • Einrichtung und Zusammensetzung von Fachkonferenzen oder Bestellung einer Vertrauensperson, Teilkonferenzen und des Vertrauensausschusses

Ergänzend gilt das Schulgesetz NRW.

 

2.1.2 Schulleitung

Die Schulleitung besteht aus dem/der Schulleiter/in und 2 ständigen Vertreter/innen. Von diesen soll je eine/r in der Primarstufe und eine/r in der Sekundarstufe I unterrichten.
Die Schulleitung koordiniert die pädagogische Arbeit und vertritt die Schule nach außen.
Die Aufgaben der Schulleitung im Einzelnen ergeben sich aus dem Arbeitspapier „Organisation und Geschäftsverteilung für die Freie Schule Bochum“, als Anlage 2 beigefügt.
Die Vorstände von Trägerverein und Förderverein sowie die Schulleitung tagen in der Regel gemeinsam. Je nach Bedarf können sie jeweils auch getrennte Sitzungen beschließen.

Die Amtszeit aller Mitglieder der Schulleitung beträgt jeweils 4 Jahre. Ihre Wahl erfolgt durch das pädagogische Kollegium, spätestens ein halbes Jahr vor Ablauf der Amtszeit.
Ein Mitglied der Schulleitung ist gemeinsam mit der Finanzgeschäftsführung auch Verwaltungsleitung.

 

2.1.3 Pädagogische Konferenz

Der pädagogischen Konferenz gehören alle fest angestellten pädagogischen Mitarbeiter/innen mit befristetem oder unbefristetem Anstellungsvertrag an. Andere Mitarbeiter/innen sowie nebenamtliche pädagogische Mitarbeiter/innen, Eltern und Schüler/innen können eingeladen werden, haben aber kein Stimmrecht.
Die pädagogische Konferenz hat im Rahmen des Schulprogramms und dieses Selbstverwaltungskonzepts folgende Aufgaben:

Sie berät folgende Angelegenheiten als Vorlage für die Schulkonferenz:

  • Gestaltung des Ganztagsbetriebs
  • generelle Regelung von Sanktionen und Schulverweisen
  • Einführung neuer Lernbereiche
  • Entwicklung und Umsetzung alternativer, dem pädagogischen Konzept entsprechender Curricula
  • Schulfeste, schulübergreifende Projekte oder besondere, die ganze Schule betreffende Veranstaltungen (in Absprache mit Elternrat und Schüler/innen Vertretung)

Die pädagogische Konferenz berät folgende Angelegenheiten:

  • Beratung des pädagogischen Teilhaushalts vor Verabschiedung des Gesamthaushalts
  • Beratung der Schulleitung bei Angelegenheiten, die von der Schulleitung zu entscheiden sind und
  • gegenseitige Beratung in der pädagogischen Arbeit und beim Lerngeschehen

Die pädagogische Konferenz entscheidet in folgenden Angelegenheiten:

  • Grundsatzfragen der Neuaufnahme von Kindern
  • Wahl der Schulleitung und ihrer Stellvertretung
  • Kooperation zwischen den Klassen
  • Ausgestaltung der Unterrichtsinhalte, Anwendung der Methoden und Organisation des Lerngeschehens
  • Elternbesuche und Elternmitarbeit im Unterricht sowie im Freizeitangebot und bei Fahrten

Die pädagogische Konferenz bündelt die Kompetenzen und die pädagogischen Freiheiten der Lehrkräfte zur Weiterentwicklung des besonderen pädagogischen Profils der Freien Schule Bochum.

Ergänzend gilt das Schulgesetz NRW.

 

2.1.4 Elternrat

Der Elternrat vertritt die Interessen der Erziehungsberechtigten. Er dient dem Austausch zwischen den Eltern und zwischen dem pädagogischem Kollegium und der Elternschaft. Der Elternrat hat die Aufgabe, von Elternseite aus die Schulkonferenz-Sitzungen vorzubereiten.
Dem Elternrat gehören aus jeder Klasse 2 Elternräte und 2 Stellvertreter/innen an. Sie werden von der jeweiligen Klassenelternschaft auf die Dauer von 1 Jahr gewählt. Das Wahlverfahren wird von jeder Klassenelternschaft selbst festgelegt. Stimmberechtigt im Elternrat sind die gewählten Elternräte, bei Verhinderung ihre Stellvertreter/innen.
Mitglieder der Schulleitung sollten zur Sitzung des Elternrates eingeladen werden und beratend teilnehmen. Sie haben jedoch kein Stimmrecht.

Der Elternrat wählt:

  • 3 Koordinatoren/innen als Vorsitzende der Elternvertretung
  • 6 Elternvertreter/innen sowie 3 Stellvertreter/innen für die Schulkonferenz
  • 1 Vertreter und ein Stellvertreter in das Forum (zurzeit nicht existent)

Der Elternrat soll sich mindestens 4–5-mal im Jahr treffen. Jährlich ist in der ersten Sitzung des Elternrats die/der Vorsitzende des Elternrats zu wählen.
Die Treffen des Elternrats sind offen für alle interessierten Eltern. Diese haben jedoch kein Stimmrecht.
Ergänzend gilt das Schulgesetz NRW.

 

2.1.5 Schüler/innen-Vertretung

Die Schüler/innen-Vertretung hat insbesondere folgende Aufgaben:

  • Vertretung der Interessen der Schüler/innen bei der Gestaltung der Bildungs- und Erziehungsarbeit in den entsprechenden Gremien der Schule
  • Förderung der fachlichen, kulturellen, sportlichen, politischen und sozialen Interessen der Schüler/innen

Mitglieder der Schüler/innen-Vertretung sind die zu Beginn eines jeden Schuljahres in jeder Jahrgangsstufe ab Jahrgangsstufe 3 gewählten Klassensprecher/innen und ihre Stellvertreter/innen.
Die Schüler/innen-Vertretung wählt aus ihrer Mitte für die Dauer eines Schuljahres eine/n Vorsitzende/n und eine/n Stellvertreter/in. Die Schüler/innen-Vertretung wählt für die Dauer eines Schuljahres möglichst je einen Lehrer und eine Lehrerin zu Verbindungslehrern. Diese unterstützen die Schüler/innen-Vertretung bei der Planung und Durchführung ihrer Aufgaben.
Die Schüler/innen-Vertretung wählt aus ihrer Mitte 6 Schüler/innen aus den Jahrgangsstufen 7-10 als Mitglieder der Schulkonferenz. Davon werden 1-2 Schüler/innen von der Primarstufe zu Beauftragten der Primarstufenschüler/innen gewählt.
Ergänzend gilt das Schulgesetzes NRW.

 

3.Trägerverein
3.1 Mitgliederversammlung (§ 11 Satzung des Trägervereins, Absatz 1, 2, 3)

Die Mitgliederversammlung ist das verfassungsgebende Organ des Schulträger-Vereins. Sie findet mindestens einmal jährlich statt, außerdem, wenn mindestens ein Drittel der Vereinsmitglieder oder der Beirat diese verlangen.

Aufgaben der Mitgliederversammlung:

  • Entlastung und Wahl des Vorstands
  • Entgegennahme und Genehmigung des Jahresberichts
  • Aufgaben des Vereins
  • Wahl eines unabhängigen Rechnungsprüfers zur Prüfung des Jahresabschlusses
  • Wahl des Beirates in gemeinsamer Sitzung mit dem Förderverein

Die Mitgliederversammlung ist für alle Angelegenheiten zuständig, die über die gewöhnliche Geschäftsführung hinausgehen. Der Mitgliederversammlung gehören alle Mitglieder des Vereins an.

 

3.2 Vorstand (§ 9 Satzung des Trägervereins)

Der Vorstand vertritt den Schulträgerverein gerichtlich und außergerichtlich. Er ist für die Führung der laufenden Geschäfte des Vereins zuständig und berichtet darüber regelmäßig dem Beirat. Im Außenverhältnis vertreten je zwei Vorstandsmitglieder den Verein gerichtlich und außergerichtlich.
Der Vorstand besteht aus drei oder vier Mitgliedern. Die Besetzung des Vorstandes soll möglichst paritätisch mit Eltern und Lehrkräften erfolgen. Die Finanzgeschäftsführung kann dem Vorstand angehören. Dagegen können Vorstandsmitglieder des Fördervereins Freie Schule Bochum e.V. und Mitglieder der Schulleitung der Freien Schule Bochum während der Dauer ihrer jeweiligen Amtszeit dem Vorstand nicht angehören. Die pädagogische Konferenz der Freien Schule Bochum schlägt aus ihrer Mitte Kandidat/innen für den Vorstand vor, der Elternrat schlägt aus dem Kreis der Elternschaft Kandidat/innen für den Vorstand vor. Für die Wahl des/der Finanzgeschäftsführers/in in den Vorstand haben der Beirat, der Elternrat und die pädagogische Konferenz ein Vorschlagsrecht.
Die Vorstände von Trägerverein und Förderverein sowie die Schulleitung tagen in der Regel gemeinsam. Je nach Bedarf können sie jeweils auch getrennte Sitzungen beschließen.
Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Er Vorstand übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus.
Die Satzung des Vereins „Freie Schule Bochum e.V.“ ist im Büro erhältlich.

 

4.Förderverein

Neben dem Schulträger-Verein besteht noch ein Förderverein für die Freie Schule Bochum.
Dieser hat den Namen „Förderverein Freie Schule Bochum e. V.“.
Sein Zweck wird laut § 2 (Absatz 2) der Satzung „verwirklicht insbesondere durch die Förderung und Unterstützung einer freien Schule in Bochum sowie anderer Erziehungs- und Bildungsstätten in freier Trägerschaft“.

Der Förderverein hat folgende Aufgaben:

  • Beschaffung von zusätzlichen Finanzen (Spenden)
  • Einziehung und Verwaltung der Elternbeiträge für den Schulträger-Verein
  • Einziehung und Verwaltung der Elternbeiträge für die Betreuung
  • Verwaltung, Vermietung und Abrechnung der Immobilien und deren Finanzierung
  • Durchführung von Schulveranstaltungen und Festen

 

4.1. Mitgliederversammlung (§ 6 Satzung des Fördervereins)

Die Mitgliederversammlung findet mindestens einmal jährlich statt, und wird vom Vorstand einberufen.

Aufgaben der Mitgliederversammlung:

  • Entlastung und Wahl des Vorstands
  • Entgegennahme und Genehmigung des Jahresberichts
  • Aufgaben des Vereins
  • Wahl eines unabhängigen Rechnungsprüfers zur Prüfung des Jahresabschlusses
  • Wahl des Beirates in gemeinsamer Sitzung mit dem Trägerverein
4.2. Vorstand (§ 8 Satzung des Fördervereins)

Der Vorstand vertritt den Verein gerichtlich und außergerichtlich. Er führt die laufenden Geschäfte des Vereins und berichtet darüber regelmäßig dem Beirat. Im Außenverhältnis vertreten je zwei Vorstandsmitglieder den Verein gerichtlich und außergerichtlich.
Der Vorstand besteht aus drei oder vier Mitgliedern. Die Besetzung des Vorstandes soll möglichst paritätisch mit Eltern und Lehrkräften erfolgen. Die Finanzgeschäftsführung kann dem Vorstand angehören. Dagegen können Vorstandsmitglieder des Vereins Freie Schule Bochum e.V. und Mitglieder der Schulleitung der Freien Schule Bochum während der Dauer ihrer jeweiligen Amtszeit dem Vorstand nicht angehören.
Die Vorstände von Trägerverein und Förderverein sowie die Schulleitung tagen in der Regel gemeinsam. Je nach Bedarf können sie jeweils auch getrennte Sitzungen beschließen.
Die pädagogische Konferenz der Freien Schule Bochum schlägt aus ihrer Mitte Kandidat/innen für den Vorstand vor, der Elternrat schlägt aus dem Kreis der Elternschaft Kandidat/innen für den Vorstand vor. Für die Wahl des/der Finanzgeschäftsführers/in in den Vorstand haben der Beirat, der Elternrat und die pädagogische Konferenz ein Vorschlagsrecht.
Der Vorstand wird von der Mitgliederversammlung für die Dauer von zwei Jahren gewählt. Er Vorstand übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus.
Die Satzung des Vereins „Förderverein Freie Schule Bochum e.V.“ ist im Büro erhältlich.

 

5.Finanzgeschäftsführung

Die Finanzgeschäftsführung ist zuständig für die Führung der laufenden Finanzgeschäfte der Freien Schule Bochum. Sie ist verantwortlich für die Erstellung und laufende Überwachung der Haushaltspläne und der Jahresabschlüsse.
Der Beirat schlägt dem Trägerverein die personelle Besetzung der Finanzgeschäftsführung vor.
Die Finanzgeschäftsführung ist gemeinsam mit einem Mitglied der Schulleitung auch Verwaltungsleitung.

 

6.Beirat (§ 10 Satzung des Trägervereins, § 7 Satzung des Fördervereins)

Es besteht ein gemeinsamer Beirat von Träger- und Förderverein. Der Beirat (drei bis sieben Mitglieder) wird von der Mitgliederversammlung des Träger- und Fördervereins in gemeinsamer Sitzung für jeweils 2 Jahre gewählt.
Er berät und überwacht die Vorstände bei ihrer Tätigkeit und vertritt gegenüber den Vorständen den Träger- und Förderverein.

 

7.Quartalsrat

Die Aufgabe des Quartalsrates ist die Gestaltung des Informations- und Erfahrungsaustausches an der Freien Schule Bochum.
Der Quartalsrat trifft sich mindestens viermal im Jahr.

Im Quartalsrat sind vertreten:

  • der Vorstand des Trägervereins
  • der Vorstand des Fördervereins
  • der Beirat des Träger- und Fördervereins
  • die Schulleitung
  • die Finanzgeschäftsführung
  • die Mitarbeitervertretung/der Betriebsrat soll zu Personalangelegenheiten hinzugezogen werden.
8 Mitarbeitervertretung/Betriebsrat

Die Mitarbeitervertretung/der Betriebsrat nimmt an der Freien Schule Bochum die Aufgaben der Interessenvertretung der Mitarbeiter wahr. Sie/Er ist an allen arbeitsrechtlichen Entscheidungen entsprechend den Bestimmungen des Betriebsverfassungsgesetzes zu beteiligen.
Die Mitarbeitervertretung/der Betriebsrat wird von allen Mitarbeitern für die Dauer von 2 Jahren gewählt.

 

9 Arbeitsgruppen
9.1 Einrichtung von Arbeitsgruppen

Die Gremien an der Freien Schule Bochum können für bestimmte Aufgaben Arbeitsgruppen bilden.
Diese sind dem jeweiligen Gremium, das sie beauftragt hat, rechenschaftspflichtig und können von diesem Gremium auch wieder aufgelöst werden.

Sinn von Arbeitsgruppen ist es, den beauftragenden Gremien zuzuarbeiten. Aufgaben und Tätigkeitsbereiche werden von den beauftragenden Gremien definiert. Arbeitsgruppen sind nicht entscheidungsbefugt.

 

10.Schulverhältnis
10.1 Schulvertrag

Das Schulverhältnis zwischen Schüler/in und Schule wird begründet durch den Abschluss eines Schulvertrages. Die Bedingungen des Schulvertrages sind Grundlage des Schulverhältnisses.

 

10.2 Schulordnung
10.2.1 Grundsätze

Alle Schüler/innen, Mitarbeiter/innen und Eltern sollen sich an der Freien Schule Bochum wohl fühlen. Deswegen tragen auch alle gemeinsam Verantwortung für eine freundliche Atmosphäre und einen gewaltfreien friedlichen Umgang miteinander.
Die Einhaltung von Rechten und Pflichten durch alle Angehörigen der Schulgemeinschaft garantiert ein Klima, in dem alle ohne Angst, akzeptiert und geachtet von anderen, mit gleichen Chancen miteinander leben und arbeiten können.
Der Umgang miteinander soll durch gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Verantwortungsübernahme geprägt sein.

Schüler/innen, Mitarbeiter/innen und Eltern nehmen sich gemeinsam vor,

  • aufeinander Rücksicht zu nehmen
  • offen und freundlich miteinander umzugehen
  • füreinander ein zu stehen
  • niemanden zu verletzen, weder durch körperliche Angriffe noch durch beleidigende Worte
  • die Schule, ihre Räume und Einrichtungen freundlich auszugestalten und dafür Sorge zu tragen, dass eine angenehme Umgebung erhalten bleibt
  • die vereinbarten Regeln in unserem Schulleben zu achten, sie auszugestalten und danach zu hande

 

10.2.2 Unterricht

Damit an der Schule ungestört gearbeitet und gelernt werden kann, müssen alle gemeinsam Verantwortung tragen und Rücksicht nehmen. Für die Schüler/innen gelten dafür folgende Regeln:

  • die Unterrichtszeiten müssen pünktlich eingehalten werden
  • die Schüler/innen sollen vorbereitet mit Hausaufgaben und Unterrichtsmaterialien kommen
  • die Schüler/innen sollen aufeinander hören
  • Störungen durch Essen und Trinken im Unterricht sowie durch Handys sind zu vermeiden
  • die Schüler/innen sollen auf den Fluren durch ihr Verhalten dazu beitragen, dass der Unterricht in den Klassen nicht gestört wird

Die Schulregeln sind Bestandteil des Schulvertrages.

 

10.2.3 Unterrichtszeiten

Die Schule beginnt um 08.30 Uhr (Küchendienst bereits ab 08.15 Uhr). Unterrichtsende ist von Montag bis Mittwoch um 15.30 Uhr und von Donnerstag bis Freitag um 13.30 Uhr. In der Primarstufe sollten die Schüler/innen bereits ab 8.15 Uhr in ihrer Klasse sein.
Die Klassenräume sind ab 08.15 Uhr geöffnet.
Ein Teil des Sportunterrichts kann an verschiedenen Sportstätten im Stadtgebiet stattfinden.

 

10.2.4 Pausen

Auch Pausen sind ein wichtiger Bestandteil des Schulalltags. In den Pausen können sich Schüler/innen der Sekundarstufe in den Klassenräumen und in dem Schulgebäude aufhalten, müssen jedoch Ruhe halten. Die Schüler/Innen der Primarstufe können in den Gebäuden bleiben, jedoch nicht im Klassenraum. Das Verlassen des Schulgeländes ohne Erlaubnis ist aus aufsichtsrechtlichen Gründen weder in den Pausen noch während der Unterrichtszeit gestattet.

 

10.2.5 Schulversäumnisse

Ist eine Schülerin oder ein Schüler durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren zwingenden Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigen die Erziehungsberechtigten die Schule schnellstmöglich über das Schulbüro (Telefon 0234/72648).

Bei Beendigung des Schulversäumnisses reichen die Erziehungsberechtigten beim Klassenlehrer/bei der Klassenlehrerin eine schriftliche Entschuldigung ein. Abweichend davon ist in den Klassen 1–4 eine mündliche Entschuldigung durch die Eltern möglich. Bei einem längeren Schulversäumnis ist spätestens nach 2 Wochen eine Zwischenmitteilung vorzulegen.
Bei begründetem Zweifel, ob Unterricht aus gesundheitlichen Gründen versäumt wird, fordert die Schule von den Erziehungsberechtigten ein ärztliches Zeugnis über die Erkrankung der Schülerin oder des Schülers.

 

10.2.6 Zeugnis, Jahresbriefe und Eltern-Schüler/innen-Sprechtage

Alle Schüler/innen erhalten jeweils zum Schuljahresende einen Jahresbrief. Ab der 9.Klasse werden zusätzlich halbjährlich Notenzeugnisse ausgegeben. Wer die Schule in der Sekundarstufe I vor Beginn der 10. Klasse verlässt, erhält ein Notenzeugnis zur Überweisung. Die Schulabgänger/innen aus der Primarstufe erhalten zum Übergang in die Klasse 5 eine Empfehlung für die weiterführende Schule.
Ob eine Schülerin oder ein Schüler in einer höheren oder niedrigeren Klasse erfolgreicher mitarbeiten kann, entscheidet im Bedarfsfall das pädagogische Kollegium nach Absprache mit den Eltern. Die Zuweisung in eine andere Klasse ist das Ergebnis eines pädagogischen Prozesses und findet nicht zwangsläufig nur zum Schuljahresende statt.
Zum Ende des ersten Halbjahres der 4. Klasse legt das pädagogische Kollegium eine Prognose über den möglichen schulinternen Wechsel von der Primarstufe in die Sekundarstufe für jeden einzelnen Schüler und jede einzelne Schülerin fest.
Die Schüler/innen, die die Schule nach Ende der 4. Klasse verlassen wollen, erhalten zum Ende des ersten Schulhalbjahres eine Empfehlung für die weiterführende Schule.
Pro Schulhalbjahr gibt es jeweils einen Eltern-Schüler/innen-Sprechtag.

 

10.2.7 Aufnahme von Schüler/innen

Die Aufnahme von Schüler/innen in die erste Jahrgangsstufe erfolgt auf Grundlage der von der Schulkonferenz festgelegten Aufnahmebestimmungen, ebenso die Aufnahme von „Quereinsteiger/innen“ in andere Jahrgangsstufen. Nähere Bestimmungen dazu finden sich in
„Neuaufnahmen an der FSB – internes Schulcurriculum“. Die Broschüre kann im Büro eingesehen werden.
Grundlage für das Schulverhältnis sind dann der von Eltern, Schulleitung und Finanzgeschäftsführung zu unterzeichnende Schulvertrag und die Schulregeln.

 

10.2.8 Beurlaubung

Ein/e Schüler/in kann nur aus wichtigen Gründen auf Antrag der Erziehungsberechtigten vom Schulbesuch beurlaubt werden. Die Beurlaubung muss rechtzeitig schriftlich bei der Schulleitung oder deren Stellvertretung beantragt werden.
Ergänzend gilt das Schulgesetz NRW.

 

10.2.9 Meldepflichtige Krankheiten

Meldepflichtige Krankheiten nach dem Infektionsschutzgesetz sind von den Eltern unverzüglich der Schule zu melden. Während der Dauer des Ansteckungsverdachts darf die Schule nicht besucht werden. Vor der Rückkehr des Schülers/der Schülerin in die Schule ist eine Unbedenklichkeits-Bescheinigung des Arztes vorzulegen.
Eine Belehrung zum Infektionsschutzgesetz ist dem Schulvertrag beigefügt.

 

10.3 Neueinstellung von Lehrkräften

Bei Neueinstellungen von pädagogischen Mitarbeiter/innen trifft die Schulleitung und ihre Stellvertretung eine Auswahl aus den vorliegenden Bewerbungen. Die Schulleitung oder ihre Stellvertretung informiert Bewerber/innen über die Freie Schule Bochum in einem Informationsgespräch oder durch Übersendung geeigneter Unterlagen oder einen Verweis auf die Internetpräsenz.
Bewerbungsgespräche werden von einem Ausschuss geführt, dessen Zusammensetzung für die Primarstufe und die Sekundarstufe I vom pädagogischen Kollegium beschlossen wird.
Über die Einstellung entscheidet auf Basis des Bewerbungsgesprächs und eines Beratungsgesprächs im pädagogischen Kollegium, die Schulleitung und ihre Stellvertretung im Einvernehmen mit dem Vorstand.

 

10.4 Hausregeln

Alle Beteiligten an der Freien Schule Bochum haben die Hausregeln in der jeweils von der Schulkonferenz verabschiedeten Fassung einzuhalten. Diese sind als Anlage 3 Bestandteil dieses Selbstverwaltungskonzepts.

 

10.5 Klassenregeln

Die einzelnen Jahrgangsklassen können je nach Bedarf für ihr soziales Miteinander Regeln entwerfen und beschließen.

 

10.6 Konflikte

Wenn durch die Nichteinhaltung dieser Schulordnung und der sonstigen in der Schule bestehenden Regeln oder aus anderen Gründen Konflikte entstehen, soll auf jeden Fall zunächst versucht werden, diese Konflikte einvernehmlich zwischen den Konfliktbeteiligten Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern zu lösen.
Konflikte zwischen Schüler/innen werden von den von der Schüler/innen-Vertretung jeweils für die Dauer eines Schuljahres bestellten Schüler-Mediator/innen bearbeitet.
In anderen Fällen kann der Vorstand und/oder Beirat des Trägervereins mit dem Ziel eines Schlichtungsversuchs angerufen werden.

Führen diese Konfliktlösungsversuche nicht zum Erfolg, so erklären sich alle Konfliktbeteiligten bereit, innerhalb und außerhalb der Freien Schule Bochum mit Hilfe geeigneter Mediatoren eine gemeinsame Lösung zu suchen.
Im Bedarfsfall soll die Freie Schiedsstelle der Gemeinnützigen Treuhandstelle Bochum angerufen werden.
Alle am Schulleben Beteiligten versprechen sich gegenseitig, erst eine Mediation zu versuchen, bevor sie ggf. den Rechtsweg beschreiten.

Bochum, im Juni 2018

 

 

Konzept für den Gemeinsamen Unterricht und Integrative Lerngruppen
Gliederung
      1. Unser Verständnis von Inklusion
      2. Einrichtung des Gemeinsamen Unterrichts an der Freien Schule Bochum (FSB)
      3. Voraussetzungen und Bedingungen auf dem Weg zur inklusiven Schule
      4. SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der FSB
      5. Praxis des Gemeinsamen Unterrichts
        1. Individuelle Förderplanarbeit
        2. Organisation des Unterrichts
        3. Differenzierungsmaßnahmen
      6. Organisation des Gemeinsamen Unterrichts
        1. Räumliche Bedingungen
        2. Materielle Bedingungen
        3. Personelle Bedingungen

 

1.Unser Verständnis von Inklusion

Unser Inklusionsverständnis geht von der Vielfalt von Menschen in ihren Begabungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten, physischen und psychischen Voraussetzungen aus.

– Wir sehen es daher als eine wesentliche Aufgabe von Schule, inklusive Schulstrukturen zu schaffen, die maßgeblich dazu beitragen, gesellschaftliche Ausgrenzung zu reduzieren und Wertschätzung in einem respektvollen Umgang miteinander zu verankern.

– Wir sehen inklusive Schule als einen Ansatz zur umfassenden Bildungs- und Gesellschaftsentwicklung. Je eher alle Menschen gemeinsam lernen und leben, desto selbstverständlicher wird das Miteinander auch in späteren Lebensjahren und -bereichen.

– Wir sehen es als unsere Aufgabe, individuelle Ressourcen und Kompetenzen zu entwickeln, zu fördern und zu erhalten.

– Wir sehen es als unsere Aufgabe junge Menschen darin zu befähigen, eine eigenständige, selbstbewusste Persönlichkeit zu entwickeln, um am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen und die Gesellschaft mitzugestalten.

 

2.Einrichtung des Gemeinsamen Unterrichts an der FSB

Das vorliegende Konzept zum Gemeinsamen Unterricht an der Freien Schule Bochum ist die konsequente Fortführung unseres ganzheitlichen Lernkonzeptes, das schon immer Bestandteil unseres Schulprogramms „Zukunft gemeinsam gestalten“ ist. Dieses baut auf den Erfahrungen mit individualisiertem Lernen und individueller Förderung seit Gründung der Schule im Jahr 1981 auf. Es setzt in diesem folgerichtigen Schritt die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen um.

Die Freie Schule ist seit den Anfängen gemäß ihrem Menschenbild für alle Kinder als Lern- und Lebensort offen gewesen. Ziel der gewollt niedrigen Schülerzahlen ist es familienähnliche Strukturen zu schaffen, was allen Kindern mit ihren individuellen Fähigkeiten und Eigenschaften zugutekommt.

Die FSB besteht aus einer einzügigen Grundschule und einer Sekundarschule mit der Möglichkeit folgende Abschlüsse zu erwerben: Förderschulabschluss der Bildungsgänge Geistige Entwicklung und Lernen, Hauptschulabschluss nach Klasse 9 oder 10 sowie dem Mittleren Schulabschluss und dem Mittleren Schulabschluss mit Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Die pädagogische Arbeit beruht auf Erfahrungen und Erkenntnissen unterschiedlicher reformpädagogischer Ansätze sowie neuerer Lern- und Erkenntnistheorien.

Der schon heute praktizierte schülerzentrierte Unterricht bietet sich sehr gut an für eine integrative Beschulung von SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf.
Das vorliegende Konzept ist als ständig fortzuschreibende Grundlage zu verstehen, die nach den jeweils veränderten Bedingungen modifiziert werden muss.
Als inklusive Schule soll es an der FSB im Regelfall keine speziellen sonderpädagogischen Fördergruppen geben. SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind integraler Bestandteil einer Klasse und bilden daher keine eigene Lerngruppe. An den individuellen Bedarfen orientiert, kann es jedoch temporäre äußere Differenzierungsgruppen geben. Die Zusammensetzung dieser Gruppen kann sowohl jahrgangsübergreifend als auch klassenintern gestaltet sein. Somit wird die Arbeit in speziellen Fördergruppen nicht ausgeschlossen, um unterschiedliche Themengebiete aufzugreifen oder aufzuarbeiten und spezielle Tätigkeitsbereiche anzusprechen, um auf individuelle Bedürfnisse der SchülerInnen eingehen zu können.

 

3.Voraussetzungen und Bedingungen auf dem Weg zur inklusiven Schule
  • Kontinuierliche Schulprogrammentwicklung
  • Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams
  • verfügbare Ressourcen nutzen
  • Zeitliche Rahmenbedingungen für kooperative Beratungen
  • Regionale Netzwerke bilden
  • Feste Kontakte im Netzwerk pflegen
  • Sicherung materieller Bedingungen
  • Beratung in Schule weiter entwickeln und verbessern
  • Präventive Maßnahmen stärken
  • Reaktive Maßnahmen bei gruppendynamischen Prozessen
  • individualisierte Förderplanung
  • Methoden des eigenständigen Lernens und individueller Lernreflexion einrichten
  • innere und äußere Differenzierung der Lerngruppen
  • Individualisiertes Lernen
  • Vernetztes Lernen
  • Situiertes Lernen
  • Kollegiumsinterne Fortbildungen aller LehrerInnen
  • Information und intensive Zusammenarbeit mit der Elternschaft
  • kontinuierliche Evaluation der durchgeführten Methoden und Maßnahmen

 

4.SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an der FSB

Ab dem Schuljahr 2011/2012 können durch die Bereitstellung der entsprechenden personellen, materiellen und räumlichen Ressourcen Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen im Gemeinsamen Unterricht beschult werden.
Die Aufnahme erfolgt wie bei allen SchülerInnen durch vorherige Gespräche mit dem Kind und den Eltern sowie einer Hospitation. Nach Ablauf der Hospitation wird im gemeinsamen Gespräch mit allen Beteiligten beraten, ob die FSB der geeignete Lernort ist.
Aufgrund baulicher Barrieren wird es für uns zunächst nicht möglich sein SchülerInnen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen aufzunehmen.

 

5.Praxis des Gemeinsamen Unterrichts
5.1 Individuelle Förderplanarbeit

Teil der pädagogischen Arbeit bildet die Erstellung von Förderplänen für alle SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Diese werden gemeinsam von SonderpädagogInnen und KlassenlehrerInnen im Team erstellt. Die Förderpläne orientieren sich an der Art der Behinderung, den individuellen Voraussetzungen und Möglichkeiten sowie an den Richtlinien der zutreffenden Förderschule des/der einzelnen Schülers/in. Innerhalb des Förderplans werden Kompetenzen und Lernschwierigkeiten beschrieben sowie individuelle Förderziele und –maßnahmen dokumentiert. Grundsätzlich gilt auch für alle anderen SchülerInnnen, dass von Seiten der Schule das gesamte Lebensumfeld in den Blick genommen wird. Darüber hinaus soll es an der FSB intensive Gespräche mit den betroffenen SchülerInnen geben, um mit ihnen zusammen über weitere Ziele und mögliche Wege nachzudenken. Die Förderpläne werden regelmäßig aktualisiert. Einmal im Jahr wird der aktuelle Förderbedarf erneut überprüft und entsprechend weitergeführt oder die Aufhebung beantragt.

 

5.2 Organisation des Unterrichts

Um ein größtmögliches Maß an Gemeinsamen Lernen und individuellem Arbeiten in einer Lerngruppe zu realisieren, eignen sich besonders folgende Unterrichtsformen:

  • Freiarbeit
  • Gruppenarbeit
  • Partnerarbeit
  • Projektorientiertes Arbeiten
  • Wochenplanarbeit / individualisierte Arbeitspläne u.a.

Da an der FSB die o. g. Unterrichtsformen praktiziert werden, wird der Gemeinsame Unterricht an einem Großteil des Schultages möglich sein.
Die Erfahrung in den uns bekannten Schulen mit integrativer bzw. inklusiver Beschulung zeigt unterschiedliche Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens von SchülerInnen auf. So können durch die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Lerngruppen immer wieder neue Fördermöglichkeiten gefunden werden. Dieses bietet allen SchülerInnen die Möglichkeit, ihre Defizite in einer Kleingruppe aufzuarbeiten und so positive Lernerfahrungen zu sammeln.
In der täglichen Unterrichtspraxis werden wir maßgeblich das so genannte Team teaching praktizieren, bei dem KlassenlehrerInnen, FachlehrerInnen und SonderpädagogInnen gemeinsam den Unterricht mit allen SchülerInnen durchführen, indem sie gemeinsam oder abwechselnd die Führung übernehmen. Um dies zu umzusetzen, planen wir regelmäßige Termine zur Absprache, um Förderanliegen zu besprechen und Unterrichtsreihen gemeinsam zu planen.
Bei gemeinsamer Beschulung hat sich gezeigt, dass sich die SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und die SchülerInnen ohne sonderpädagogischem Förderbedarf gegenseitig akzeptieren, sich untereinander helfen und gute Klassengemeinschaften bilden können. Wir werden bewusst auf einen positiven Umgang mit Vielfalt und Diversität achten und Gemeinsamkeiten und Unterschiede durch eine wertschätzende Art thematisieren.

 

5.3 Differenzierungsmaßnahmen

Alle SchülerInnen nehmen an möglichst vielen Stunden am Unterricht im Klassenverband teil. In anderen Stunden erhalten sie besondere Förderungsmaßnahmen, diese richten sich nach den individuellen Förderplänen. Fördereinheiten können in Einzel- oder Kleingruppenarbeit verlaufen und bei Bedarf auch Kindern mit erhöhtem (nicht sonderpädagogischem) Förderbedarf zuteil kommen. Die Stundenpläne der einzelnen SchülerInnen können daher individuell unterschiedlich sein.

a) binnendifferenzierter Unterricht

Die einzelnen SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf nehmen am allgemeinen Unterricht teil. Dabei werden sie individuell von SonderpädagogInnen unterstützt. Sie erhalten, wenn nötig, zusätzliche Arbeitsanweisungen, individuell strukturiertes Arbeitsmaterial, visuelle Strukturierungshilfen, handlungsorientiertere Arbeitsaufträge, entsprechendes Übungsmaterial etc.

b) besondere Förderung

Einzelne Schüler erhalten bei Bedarf darüber hinaus individuelle Fördermaßnahmen.
Diese Fördermaßnahmen können sein:

  • Einzelförderung in den Unterrichtsinhalten, die sich nach den Richtlinien der jeweiligen Förderschulen richten, z.B. in den Fächern Deutsch und Mathematik
  • Konzentrations- und Wahrnehmungsschulung
  • Vertiefung und Wiederholung einzelner Unterrichtsinhalte mit entsprechendem Übungsmaterial
  • Übungen zum vernetzten Denken
  • sensomotorische Förderung
  • psychomotorische Übungen
  • Kommunikationstraining
  • usw.

 

6.Organisation des Gemeinsamen Unterrichts
6.1 Strukturelle Bedingungen an der FSB

Die FSB verfügt über viele strukturelle Gegebenheiten, die förderlich dazu beitragen den Gedanken einer inklusiven Schule in der Praxis umzusetzen:

Grundschule:

  • individuelle Freiarbeit mit festgelegten Arbeitszeiten
  • handlungsorientierter Unterricht
  • Haus,-Hof- und Gartentag
  • klassenübergreifender Förderunterricht
  • präventiv Maßnahmen zur Übungen bspw. in Sprache und Motorik

SEK I:

Nutzung des Lernbüros mit der Möglichkeit zur individuellen Unterstützung in unterschiedlichen Schulfächern und Themengebieten oder beim Lernen lernen und Organisation des Schulalltags

  • Förderschiene von Klasse 5 – 7 in den Hauptfächern und im Bereich der Konzentration und Motorik (eine Doppelstunde in der Woche)
  • Besprechungsstunde in allen Klassen
  • angewandtes Lernen in der Praxis (z.B. durch die Arbeit im Garten, in der Holzwerkstatt, im Hauswirtschaftsraum oder durch Angebote im Wahlpflichtbereich) sowie diverse AG-Angebote

 

6.2 Räumliche Bedingungen

Ganzheitliches Lernen erfordert vielfältige Erfahrungsräume. Schule soll als Lebensraum erfahren und in ihr die notwendige Ruhe gefunden werden, die für ein Lernen in Selbstbestimmung erforderlich ist. So können verschiedenste Dinge gemeinsam getan werden: z.B. Schreiben, Rechnen, Lesen, Singen, Kochen, Essen, Tischdecken, Spielen, Experimentieren, Philosophieren, Handwerken, Tiere pflegen, Theater spielen oder Sprachen lernen. Das Wissen um die Bedürfnisse der SchülerInnen nach verschiedenen und variablen Lern-, Spiel- und Ruhezonen hat dazu geführt möglichst viele unterschiedliche Lernräume zu schaffen.
Verschiedenste Räume können für Fördereinheiten flexibel genutzt werden. Alle Unterrichtsräume sind generell von der Möblierung so vorbereitet, dass sie alle o. g. Unterrichtsformen ermöglichen. Dazu gehört in allen Fällen ein separater Differenzierungsraum ebenso wie unterschiedliche Arbeitsplätze und Ruhezonen.
Weitere Räume und ihre spezifischen Nutzungsmöglichkeiten sind:

Sporthalle

In der FSB gibt es eine eigene Sporthalle, die ebenso als Bewegungsraum dienen kann. Darin können beispielsweise Bewegungsbaustellen eingerichtet werden, in denen insbesondere sensomotorische Fördereinheiten stattfinden können. Zur optimalen Ausgestaltung der Bewegungsangebote bedarf es einer Erweiterung der vorhandenen Materialien und Geräte. Spontanen Bewegungsbedürfnissen kann durch die eigene Halle optimal entsprochen werden.

Musikraum

Der Musikraum der FSB bietet neben den Möglichkeiten für Rhythmus und Musikangebote auch Freiräume für Tanzen, Bewegung und Theater.

Mensa

Die Mahlzeiten werden gruppenübergreifend und gemeinsam mit den Erwachsenen eingenommen. Hier gibt es Gelegenheit zu informellen Gesprächen zwischen SchülerInnen sowie zwischen Mitarbeitern und Schülerlnnen. Jeweils mehrere Kinder haben Tischdienst und decken den Tisch, verteilen das Essen und räumen das Geschirr ab. Weiterhin kann die Mensa für verschiedene Veranstaltungen, Präsentationen und Gremien genutzt werden.

Hauswirtschaftsraum

Der Hauswirtschaftsraum bietet die Möglichkeit Koch- und Haushaltstrainings durchzuführen. Dabei werden folgende Aufgaben erlernt und erledigt: Mengen für Einkäufe berechnen, einkaufen, zubereiten und kochen von Haupt- und Nachspeisen, Salaten und Beilagen in Kochteams, auf sorgfältige, hygienische Verarbeitung achten, abwechslungsreiche, gesunde Ernährung, kochen nach Rezepten, Tisch decken, Spülmaschine ausräumen, Mitwirkung bei der Essensausgabe, abspülen, aufräumen, Ordnung halten, fegen, Wäsche waschen, aufhängen und zusammenlegen.

Computerraum

Unsere Schule verfügt über einen Computerraum mit 23 Computerarbeitsplätzen.
Die Rechner verfügen allesamt über Internet-Zugang. Der Computerraum kann ab Klassenstufe 1 von einzelnen SchülerInnen, Schülergruppen oder auch ganzen Klassen genutzt werden, um sich dem Medium “Computer” anzunähern, Texte zu gestalten, Internet-Recherchen zu betreiben, den Umgang mit einem Schreibprogramm zu erlernen, mit Lernprogrammen Schreib- und Rechenfertigkeiten zu trainieren, E-Mails zu verfassen, Fotos zu bearbeiten, u.v.m.

Raum für die Ganztagesbetreuung

Der Ganztagesraum wird von SchülerInnen sowie MitarbeiterInnen gemeinsam gestaltet und wird vormittags sowie nachmittags nach Bedarf genutzt. Individuelle Förderangebote sowie spezielle Trainings in Kleingruppen können hier ohne großen Aufwand stattfinden.

Holzwerkstatt

Das Arbeiten mit Holz ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit in allen Jahrgängen.
Selbstgebaute Spielzeuge oder kleine Gebrauchsgegenstände bekommen einen ganz anderen Stellenwert als gekaufte Sachen. In unserer Werkstatt können die Kinder kreativ sein, nebenbei lernen sie den Umgang mit Werkzeugen und einigen Maschinen. Die Kinder erfahren auch, dass die Herstellung eines Werkstücks Zeit braucht, dass sie Ausdauer zeigen müssen, wenn ihre Idee Form annehmen soll. Neben dem handwerklichen Lernen wird das soziale Lernen gefördert, denn die Zusammenarbeit mit anderen Kindern spielt hier eine wichtige Rolle, da sich viele Arbeiten nur zu zweit oder zu dritt bewältigen lassen.

Außengelände

Im Außengelände können die SchülerInnen vielfältige Bewegungs- und Sinneserfahrungen machen. Unser Außengelände bietet Platz zum Erleben und Bewegen in Unterricht und Pausenzeiten mit verschiedenen Möglichkeiten: Ballspielplätze, Boulderwand, Trampoline, Tischtennis, Basketball, Pausenspielgeräte etc. In unserem Schulgarten erleben die Kinder die jahreszeitlichen Veränderungen und die damit verbundenen Aufgaben. Aussaat, Pflege und Ernte werden direkt erfahrbar.

Schultiere

Die Schultiere (Hängebauchschweine, Ziegen, Meerschweinchen u.a.) werden von den Schülern und Schülerinnen täglich, auch an Wochenenden und in den Ferien, betreut und versorgt.

Lernbüro

Das Lernbüro ist ein Ort des individuellen Lernens, in welchem die SchülerInnen zu abgesprochenen Terminen persönliche Hilfen und Unterstützung erhalten können. Hier stehen ihnen Möglichkeiten zur individuellen Unterstützung in unterschiedlichen Schulfächern und Themengebieten zur Verfügung. Dabei werden sie von einer zuständigen Lehrperson begleitet und unterstützt. Im Lernbüro findet sich außerdem Material zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit und Motivation sowie diverse motorische und sensorische Übungsmaterialien. Außerdem finden sich hier Materialien der sonderpädagogischen Förderung für alle Schulfächer. Zu abgesprochenen Terminen findet hier auch das Lerncoaching mit einigen SchülerInnen statt. Gemeinsam mit einer Lehrperson beraten sie über Methoden und Maßnahmen um individuelle Lernkompetenzen zu entwickeln oder zu verbessern.

 

6.2 Materielle Bedingungen

Um eine Differenzierung im Unterricht zu gewährleisten, bedarf es einer vielfältigen Auswahl individueller Lernmaterialien, die individuelle Zugänge ermöglicht. Das Material dient zur Freien Arbeit, zur Veranschaulichung abstrakter Lerninhalte, zur Wiederholung, Vertiefung und Übung, zur individuellen Förderung nach den Lehrplänen des jeweiligen Förderschwerpunkts sowie zur individuellen Erfolgskontrolle.
Im Folgenden werden beispielhaft einige (Förder-)Materialien aufgezählt:

  • Bücher, Karteien und Spiele für Lese- und Schreibanlässe
  • Kästen mit Forscherfragen
  • Fermi Aufgaben
  • Material zum operativen, enaktiven Üben (z.B. goldenes Perlenmaterial)
  • Leserechtschreib-Trainer
  • Spiele, Hörbücher und Flashcards zum Erlernen des englischen Grundwortschatzes
  • Verschiedene Lernkarteien zur Erarbeitung von sachkundlichen Themen
  • Spiele zur Verbesserung der visuellen Wahrnehmung
  • Spiele zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit
  • Übungen zur Merkfähigkeit
  • Auf den individuellen Einzelfall abgestimmtes Material

 

6.3 Personelle Bedingungen

Die KlassenlehrerInnen und die SonderpädagogInnen arbeiten gemeinsam als Team. Es finden regelmäßige Teamsitzungen statt, in denen vorausgegangene Einheiten und Maßnahmen reflektiert und evaluiert werden. Ebenso werden kommende Inhalte und Maßnahmen konkret durchgesprochen und geplant sowie verschiedene pädagogische Fragestellungen erörtert.
Weitere Aufgaben der SonderpädagogInnen sind die Unterstützung bei der Bereitstellung geeigneter Materialien, Gespräche mit Eltern, Beratung von Eltern und Lehrkräften, sowie Diagnostik und Erstellung der Förderpläne in Absprache mit den Beteiligten.
Um den spezifischen Bedarfen der vorhandenen und neu aufgenommenen SchülerInnen gerecht zu werden bedarf es auf den jeweiligen Förderbedarf bezogene fachrichtungsspezifische Kompetenz, die wir durch entsprechende Fortbildungen sicher stellen werden.

 

Diesem Anspruch für ganzheitliches Lernen fühlt sich das gesamte Kollegium der FSB verpflichtet.

 

 

Bochum, im Dezember 2018